Hundetraining, Sonstiges

Januar: Ein neuer Welpe zieht ein!

Ein neuer Welpe zieht ein im Hundetraining-Blog von Hundeschule Götz

Die ersten Wochen mit dem Welpen

Orientierung, Training & Alltag – ein sicherer Start ins Hundeleben

Gerade die ersten Wochen mit dem Welpen entscheiden darüber, wie sicher, entspannt und lernfähig er sich im Alltag entwickelt. Dabei geht es weniger um klassisches Training, sondern vor allem um Orientierung, Bindung und Sicherheit. Ein strukturierter, ruhiger Alltag legt die Grundlage für erfolgreiches Training, stabile Sozialbeziehungen und einen ausgeglichenen Hund.

In diesem Beitrag erfährst du, worauf es in den ersten Wochen wirklich ankommt, wann der richtige Zeitpunkt für die Welpenstunde ist und wie du deinen Welpen sinnvoll auf das spätere Training vorbereitest.


Start der Welpenstunde & Grundimmunisierung

Der Start in der Welpenstunde sollte aus unserer Sicht frühestens ab der 10. bis 12. Lebenswoche erfolgen. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Grundimmunisierung des Welpen.

In Welpengruppen treffen viele Hunde mit unterschiedlichem Gesundheits- und Impfstatus aufeinander. Besonders im städtischen Umfeld ist das Infektionsrisiko real und nicht zu unterschätzen. Ein späterer Einstieg in die Hundeschule ist daher keine verpasste Chance, sondern eine bewusste Entscheidung zugunsten der Gesundheit des Hundes.

Wichtig zu wissen:
Ein Start ab der 10./12. Woche bedeutet keinen Nachteil für die Entwicklung, sofern die Zeit davor sinnvoll genutzt wird. Entscheidend ist nicht die frühe Anzahl an Hundekontakten, sondern die Qualität der gemachten Erfahrungen.

👉 Eine Übersicht über unsere aktuellen Angebote – inklusive Welpenstunde und weiterführender Kurse – findest du auf unserer Seite
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Die Zeit vor der Hundeschule (Woche 8–10)

In den ersten zwei Wochen nach dem Einzug sollte der Fokus nicht auf Sozialkontakten mit fremden Hunden liegen. Viel wichtiger sind:

  • Aufbau einer stabilen Bindung zum Menschen

  • ruhige und dosierte Umweltgewöhnung

  • Orientierung im neuen Zuhause

  • Alltagssicherheit und feste Abläufe

Der Welpe soll zunächst ankommen dürfen. Weniger Reize, klare Strukturen und ausreichend Schlaf sind in dieser Phase wichtiger als Trainingsprogramme oder dauerhafte Beschäftigung.

Diese Vorbereitung sorgt dafür, dass dein Welpe in der späteren Hundeschule aufnahmefähig, entspannt und lernbereit ist.


Alltag & erste Trainingsimpulse

Training findet in den ersten Wochen nicht als formelle Übungseinheit, sondern nebenbei im Alltag statt. Geeignete Schwerpunkte sind:

  • Der Name wird positiv aufgebaut, ohne Erwartungshaltung

  • Nähe und Orientierung am Menschen werden belohnt

  • Herkommen und Mitgehen entstehen spielerisch und freiwillig

Kurze Impulse von ein bis drei Minuten, mehrfach am Tag, sind vollkommen ausreichend. Fehler sind kein Problem – sie zeigen lediglich, dass der nächste Trainingsschritt zu groß war und angepasst werden sollte.


Leine & Bewegung

Im Welpenalter dient die Leine in erster Linie der Sicherheit, nicht der Erziehung. Klassische Leinenführigkeit ist zu diesem Zeitpunkt noch kein Ziel.

Wichtiger sind:

  • entspanntes Mitgehen

  • freiwillige Orientierung am Menschen

  • ruhige Bestärkung im Nahbereich

Regeln dürfen existieren, sollten jedoch konfliktfrei, ruhig und ohne Druck umgesetzt werden. Die Leine ist kein Trainingswerkzeug, sondern ein Sicherheitsinstrument.


Ruhe & Alleine bleiben

Welpen benötigen deutlich mehr Ruhe als Aktivität. Die Wachphasen liegen meist bei 45 Minuten bis maximal eineinhalb Stunden, danach sollte geschlafen werden – oft mehrere Stunden am Stück.

Alleine bleiben wird nicht aktiv „trainiert“, sondern entsteht ganz selbstverständlich im Alltag:

  • kurz den Raum verlassen

  • Post holen oder Wäsche aufhängen

  • ohne Abschieds- oder Begrüßungsrituale

Hilfsmittel wie ein Laufstall können helfen, frühzeitig Ruhe, Selbstregulation und einen gesunden Abstand zum Menschen zu etablieren.


Spielen & Bindung

Spiel ist Beziehung. Sinnvolle Spiele sind solche, bei denen der Mensch Teil des Geschehens bleibt:

  • gemeinsames Suchen

  • Tragen von Gegenständen

  • ruhiges, kontrolliertes Zergeln

Wichtig ist, dass das Spiel nicht überdreht, sondern strukturiert bleibt. Pausen, Tauschen und ein ruhiger Abschluss gehören dazu. Ein gutes Spiel erkennt man daran, dass der Welpe danach entspannter ist – nicht aufgedrehter.


Fazit: Weniger ist mehr

In den ersten Wochen mit dem Welpen geht es nicht darum, möglichst viel „richtig zu machen“. Entscheidend ist ein sicherer, ruhiger Rahmen, in dem der Hund Vertrauen aufbauen kann.

Ein Welpe, der sich sicher fühlt, ausreichend Ruhe bekommt und Orientierung am Menschen findet, lernt später deutlich leichter – im Training, im Sozialkontakt und im Alltag.

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